Dieser Abschnitt informiert über die amerikanische Laubholz-Furnierindustrie – die Herstellung, die Verfügbarkeit der Holzarten, die Export-Sortierungen und über alle relevanten Verbände in den USA.
Furniere sind einheitlich dünne Holzblätter, die durch das Schälen von Rundhölzern (logs) oder durch das Messern von vorgemodelten Blöcken (flitches) hergestellt werden.
Die Furnierindustrie hat eine lange technische Entwicklung hinter sich, die sie heute in die Lage versetzt, qualitativ hochwertige Messer- und Schälfurniere für Möbel, Paneele, Türen und Plattenprodukte herzustellen. In den USA gibt es etwa 35 Furniermesserwerke mit insgesamt fast 100 Messermaschinen und 32 Staylog-Maschinen. Viele Furnierhobel und etwa 50 Rundschälmaschinen werden von 35 zusätzlichen Werken betrieben. Die Gesamtproduktion an Messerfurnieren beläuft sich auf fast 669 Mio m2. Davon werden 354 Mio m2 exportiert. Dies entspricht einem Produktionsanteil von 53 Prozent.
Es werden verschiedene Messer-Methoden angewendet, um so unterschiedliche Effekte zu erzielen. Rundholz von einer bestimmten Holzart, das nach verschiedenen Methoden gemessert wird, ergibt unterschiedliche Erscheinungsbilder.
Beim Rundschälen (rotary cut) wird ein Stammabschnitt von den Enden im Zentrum in die Schälmaschine eingespannt und gegen ein Messer bewegt – als wenn man eine Papierrolle abwickelt. Mit dieser Methode erhält man eine sich wiederholende Holzmaserung. Schälfurniere ergeben ausreichend breite (nicht gefügte) Deckblätter für Plattenprodukte.
Fladerschnitt (flat cut, flat sliced, crown cut oder crown sliced) sind Synonyme, die regional unterschiedlich benutzt werden. Der (mittig aufgetrennte) Block (flitch) wird mit der Kernseite auf dem Tisch der Messermaschine fest eingespannt. Das Messern erfolgt parallel zur Kante des Blockes und ergibt Furniere mit typischem Aufbau (Dosse oder Blume, in den USA: cathedral oder heart figure). Die Verteilung von Dosse zu Streifern mit Aufbau zu Friesfurnieren ist etwa 60:40 Prozent. Die Breite des Furniers hängt vom Stammdurchmesser und der Holzart ab. Eichen können Furnierbreiten bis über 410 mm aufweisen. Vereinbarungen über bestimmte Stammdurchmesser sollten jedoch zwischen Käufer und Verkäufer festgelegt werden. Von allen Messer-Methoden ergibt das Flachmessern die breitesten Furniere, da das Rundholz in nur zwei Hälften (Flitches) aufgetrennt wird. Bei den anderen Messer-Methoden werden die Furnierblöcke vor dem Messern in mehrere Teile aufgetrennt.
Zunächst wird der Furnierstamm in geviertelt. Dann werden die einzelnen Teile auf dem Messertisch festgespannt und die Jahrringe vom Messer etwa im rechten Winkel angeschnitten, so dass man Streifer erhält: gerade Streifen bei einigen Holzarten und lebhaftere bei anderen. Die Furnierbreite beim Quartier-Messern ist schmaler als bei den flach gemesserten Furnieren. Die Durchschnittsbreite liegt, je nach Stammdurchmesser, unter 200 mm. Mit dieser Methode werden z.B. gezielt Eichenfurniere mit Spiegel (flake) hergestellt.
Staylog-Schälen:
Das Furnier wird auf einer Schälmaschine mit Hilfe eines zusätzlichen Spannbalkens (Staylog) erzeugt und bogenförmig vom Stamm geschält. Man erzielt so Furniere, die fast wie flach gemesserte Furniere aussehen. Der Aufbau ist allerdings etwas auseinandergezogen, d.h. die Furniere fallen etwas breiter aus als beim Flachmessern.
Riftschnitt-Furniere werden von verschiedenen Eichenarten hergestellt. Der Stamm wird dabei in vier Viertel aufgetrennt.
Der Stamm wird beim Messern häufiger umgespannt, um so immer etwa 15° von der Schnitt-Position wegzubleiben, die bei der Herstellung von Streifer-Furnieren angestrebt wird. Man vermeidet so die Entstehung von Furnieren mit Spiegel (flake). Die Breite der so produzierten Furniere ist geringer als beim Flachschnitt. Die Durchschnittsbreite liegt, je nach Stammdurchmesser, unter 200 mm.
Ein normales Holzbrett wird flach über ein feststehendes Messer gezogen. Dabei wird ein Blatt Furnier vom Boden des Brettes abgehobelt. Die Breite und das Bild des Furniers werden durch die Breite und das Holzbild des Brettes vorgegeben.
Jeder Furnierstamm kann im Prinzip in jede Dicke aufgearbeitet werden. In der Praxis arbeitet die amerikanische Industrie aber nur mit zwei Dicken, wie in der freiwilligen Vereinbarung zur Erzeugung von dekorativen Furnieren (Industry Standard DFV-1 1995) beschrieben. Die meisten Holzarten werden für den amerikanischen Inlandsmarkt in 0,65 mm und für den Export in 0,55 mm aufgearbeitet. Eine Ausnahme gilt für Cherry- und Walnut-Furniere, die in 0,5 mm aufgearbeitet werden. Alle Aufträge, die von den Standardbestimmungen abweichen, müssen zwischen Käufer und Verkäufer gesondert vereinbart werden. Spezialeinschnitte sind möglich, z.B. schält man für die Herstellung von Mehrschicht-Fertigparkett 1,2 mm dicke Furniere.
Messer- oder Schälfurniere kommen nach der Produktion in Durchlauftrockner. Dabei hängt die Geschwindigkeit der Trocknung von der Holzart und der Furnierdicke ab. Die Standard-Holzfeuchte für Export-Furniere liegt bei 12 bis 16 Prozent. Dies berücksichtigt die natürliche Trocknung während des Transportes. Die meisten Furnierverarbeiter belassen die Furniere für ein paar Tage in ihren Betrieben, bevor die Weiterverarbeitung erfolgt. Diese Verzögerung erlaubt dem Furnier eine natürliche Konditionierung in der neuen Umgebung, da die Ausgleichsfeuchten in den USA und den Exportmärkten, wie z.B. Europa, nicht immer gleich sind.
Für Furniere gibt es keine allgemeinen Sortierregeln. Sie werden nicht als Massengüter auf dem freien Markt gehandelt, sondern es gelten die mit dem Kunden festgelegten Anforderungen. Furniere werden bei persönlichen Besichtigungen abgenommen oder es gibt klare Vereinbarungen über die Sortierung zwischen Käufer und Verkäufer. Länge, Breite, Dicke, Menge und andere Faktoren, welche die Ausnutzung und den Preis beeinflussen, sind die Basis für solche Übereinkünfte.
Die Länge des Stammes gibt vor, ob der Hersteller die Furniere für Möbel, Türen, Paneele oder den Innenausbau vermarkten kann. Die Breite beeinflusst den Endverwendungszweck. Mindestbreite für Furniere ist 90 oder 100 mm.
Spitzenqualitäten für Tischler- und Innenausbauarbeiten für Türen und Paneele erfordern eine Mindestlänge von 2,10 m für Türen und 2,50 m für Paneele. Innerhalb einer typischen Paneel- und Türensortierung gibt es Zwischensortierungen, die nach Farbe und Strukturwünschen zusammengestellt werden.
Für Möbelsortierungen ist die Länge nicht so ausschlaggebend. Üblicherweise reichen die Längen von 0,45 bis 2,00 m. Es gibt weniger Begrenzungen der natürlichen Charakteristika, wie Farbe und Faserwuchs.
Der Begriff „lose Furniere“ oder „falling bundle“ bezieht sich auf eine Palette oder eine Ansammlung von Furnieren, die aus Einzelpaketen oder aus Herauslagen bestehen.
Diese Qualitätsgruppierung kann eine große Bandbreite von Farben, Charakteristika und Wuchsvariationen enthalten.
Der Preis für Furniere aus Laubholz wird durch die Verfügbarkeit im Wald und durch die Nachfrage des Marktes bestimmt. Zusätzlich spielen Abmessungen und die Qualität eine ausschlaggebende Rolle bei der Preisfindung. Nur ein geringer Prozentsatz des Rundholzes aus einem Wald ergibt Spitzenfurniere in Bezug auf Länge, Breite und natürliche Charakteristika. Besondere Spezifikationen und Wünsche im Zusammenhang mit der Länge, der Breite und/oder der Dicke beeinflussen ebenfalls den Preis des Furniers.
Zu den unterschiedlichen Furnierdicken im Export kommt auch noch, dass Exportfurniere anders aufbereitet werden als Furniere für den USA Markt. Für den Export werden die Furniere zusätzlich beschnitten und gebündelt („clipped and bundled" oder „export prepared"). Die Kanten und Enden der Furniere werden mit einer Schlagschere besäumt, und die Blätter werden zu Bündeln zusammengepackt. Dieser Mehraufwand verbessert die Aufbereitung und erleichtert die Qualitätsbeurteilung. Furniere für den Inlandsmarkt bleiben unbesäumt.
Die Anzahl der Furnierblätter pro Bund hängt von der Furnierdicke ab. 24 oder 32 Blatt pro Bund sind Standard bei den meisten Holzarten und Dicken (0,4 -0,6 mm). Die Bunde eines Stammes werden normalerweise für sich gepackt und verkauft. Es kommt aber auch vor, dass sie für bestimmte Kunden, nach anderen Kriterien sortiert und mit Furnieren von anderen Stämmen zusammengepackt werden.
Die meisten gängigen amerikanischen Laubhölzer können gemessert oder geschält werden. Daher hängt die Verfügbarkeit besonders stark von der Nachfrage ab. Die folgende Übersicht gibt Hinweise auf die Verfügbarkeit von Furnieren der gebräuchlichsten amerikanischen Laubhölzer.
Bei manchen Holzarten kommen gelegentlich Stämme vor, die strukturelle Besonderheiten aufweisen, die nach speziellen Aufarbeitungsmethoden sichtbar werden. Beispiele für Furniere mit solchen ungewöhnlichen Holzbildern sind Walnut-Maser und Oak-Maser, Maple und Aspen geflammt, Vogelaugen-Maple, Vavona (Redwood-Maser) und Madrona. Die Verfügbarkeit dieser Furnier-Spezialitäten ist begrenzt, da nur ein sehr kleiner Anteil der aufgearbeiteten Stämme die erforderliche Faserstruktur aufweist.
| HOLZARTEN | VERFÜGBARKEIT DER FURNIERE AUF DEN EXPORTMÄRKTEN |
|---|---|
| Alder | Kaum verfügbar |
| Ash | Reichlich in vielen Qualitäts- und Farbsortierungen verfügbar |
| Aspen | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage |
| Basswood | Erhältlich, aber auf einigen Märkten mit geringer Nachfrage nur begrenzt verfügbar |
| Beech | Sehr begrenzt verfügbar, wegen der geringen Nachfrage und des großen Angebotes an europäischer Buche |
| Yellow birch | Kaum verfügbar |
| Cherry | Reichlich in allen Sortierungen verfügbar |
| Cottonwood | Kaum verfügbar |
| Elm | Begrenzt verfügbar |
| Gum | Verfügbar, aber wegen der geringen Nachfrage nur begrenzt erhältlich |
| Hackberry | Verfügbar, aber wegen der geringen Nachfrage nur begrenzt erhältlich |
| Hickory | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage |
| Pecan | Begrenzt verfügbar wegen geringer Nachfrage |
| Hard maple | Reichlich in allen Sortierungen verfügbar. Vogelaugen Maple ist nur begrenzt erhältlich |
| Soft maple | Die Verfügbarkeit verbessert sich, da die Nachfrage zunimmt. |
| Red oak | Reichlich in allen Qualitäts- und Farbsortierungen verfügbar |
| White oak | Reichlich in allen Qualitäts- und Farbsortierungen verfügbar |
| Sassafras | Begrenzt verfügbar |
| Sycamore | Erhältlich, aber auf einigen Märkten mit geringer Nachfrage nur begrenzt verfügbar |
| Tulipwood | Reichlich erhältlich |
| Walnut | Reichlich in allen Sortierungen verfügbar. Maserfurniere sind aber knapp |
| Willow | Begrenzt verfügbar |
Die amerikanischen Furnierexporteure vertreiben ihre Produkte auf den Exportmärkten über Fachimporteure und Händler. Diese Firmen haben die gängigsten Furniersortimente auf Lager. Der Verkauf erfolgt nach Besichtigung und Abnahme.
Bedeutende Mengen an Laubholzfurnieren werden an die Plattenproduzenten verkauft, welche die Furniere auf verschiedene Holzwerkstoffe wie MDF (Mitteldichte Holzfaserplatten) oder Spanplatten kleben. Die fertigen Platten werden dann an Verarbeiter und Verbraucher als dekorative Paneele vertrieben. Gemäß amerikanischer Terminologie werden diese Produkte unter dem Sammelbegriff Laubsperrholz zusammengefasst.